Suche
Suche Menü

Wissenswertes

Kriegskinder des ersten Weltkrieges trugen die verdrängten  Erlebnisse ihrer Eltern als eine schwere Last – gleichzeitig war ihre Wertigkeit als Kind oft gering. Später wurden sie Eltern von Kindern des zweiten Weltkrieges und gaben unbewusstes und unausgesprochenes Leid weiter.

Kriegskinder des zweiten Weltkrieges wurden durch die NS-Ideologie, schwarze Pädagogik und dem Kriegsgeschehen geprägt. Sie konnten sich weder wehren noch flüchten-waren den bedrohlichen Situationen hilflos ausgesetzt. Mit ihren seelischen Schmerzen blieben sie in aller Regel allein,verloren ihre Sprache, verschleierten oder erstickten ihre Gefühle. Als Erwachsene waren sie dann unfähig, ihr verletztes, jüngeres Ich an die Hand zu nehmen und zu trösten. Es fand in den Familien ein sozialer Rollentausch statt: Kinder übernahmen die Elternrolle, Eltern blieben Kinder (Parentifizierung). Das führte zu einer Überlastung der Kriegsenkel und erzeugte in ihnen ein diffuses Gefühl von Schuld. Kriegskinder des zweiten Weltkrieges sind gleichzeitig die Kriegsenkel des ersten Weltkrieges.

Kriegsenkel sind Kinder von Kriegskindern…und tragen die Lebensgeschichten ihrer Eltern. Unausgesprochenes Leid, nicht gelebte Trauer oder das Gefühl von Einsamkeit sind ihre Lebensbegleiter. Den eigenen Platz in der Gesellschaft nicht zu finden…den richtigen Beruf, den richtigen Partner, Kinderlosigkeit , den richtigen Ort…das Gefühl, irgendwie immer auf der Flucht zu sein, nicht anzukommen – sind nur einige Themen dieser Generation. Perfektionismus, aufopfernde Hilfsbereitschaft und eine ständige Verfügbarkeit sollen helfen, diese Last zu kontrollieren und zu tragen.  Kommen die Kriegsenkel an ihre Grenzen, sind Kontaktabbrüche innerhalb der Familie oft ein letzter Ausweg für schon lange schwelende und ungeklärte Konflikte- einige werden krank an Leib und Seele.

Erfahrungen zeigen, dass zwar alle Familienmitglieder auf die unterschiedlichste Art und Weise eine seelische Last tragen, sich aber immer Einzelne aus dem Familiensystem auf den Weg machen, die Familie von dieser Last zu befreien. Sie „stören“ , sind „schwarze Schafe“  und fordern damit zum Sprechen auf, zum Zuhören und zur Anteilnahme. Sie wollen eingefahrene Wege verlassen, hinterfragen alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster damit Heilung stattfinden kann – sowohl für sich persönlich, als auch in ihren Familien. Die Kriegsenkel wollen den Kreislauf der unbewussten Weitergabe von Traumafolgen in den Familien unterbrechen, damit zukünftige Generationen weniger Last tragen. Sie wünschen sich aussprechen zu dürfen, was ihre Gefühlswelt bewegt…sie wissen, das Leben der Eltern ist das Buch, in dem sie lesen

 

Kriegsenkel als Symptomträger

oder…der Körper beginnt zu schreien, wenn seelische Bedürfnisse ignoriert werden

oft sind es konkrete Ereignisse aus der Familiengeschichte, die sich in seelischen und körperlichen Krankheitszeichen, Blockaden oder Beziehungsschwierigkeiten manifestieren.

Wenn wir über eine länger Zeit in  einem „Überlebensmodus“ verharren, wenn sich Konflikte, Stressfaktoren oder  Schicksalsschläge ansammeln, kommt es zu einer körperlichen Dauerbelastung durch die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen. Wir erleben Gefühle wie Wut, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Angst, Trauer und Depressionen…viele verlieren sich in Süchten.

Sucht und Sehnsucht

schmerzhafte seelische oder körperliche Erfahrungen stehen im Zentrum jeder Sucht und lösen ein Ungleichgewicht in unserem Leben aus. Einige Menschen machen sich dann auf die Suche nach Entlastung. Sie suchen im Alkoholkonsum, im Medikamentenmissbrauch, in der Mager- oder Fettsucht, der Nikotinsucht, der Kaufsucht oder dem Konsumzwang, der Arbeitssucht, Spielsucht,Computersucht oder Sportsucht ( Extremsportler ) um ihren seelischen Schmerz nicht zu spüren.

Neurobiologisch ist inzwischen bewiesen, dass negative Emotionen in jeder Zelle des Körpers gespeichert werden, sich auf  die Funktionen der Organe auswirken und Symptome erschaffen – sie sind eine Störung der Lebenskraft. Es sind unsere eingesperrten Gefühle, unverarbeitete Traumata und Ängste die wir in unserem Nervensystem gefangen halten und uns auffordern, die vergangenen Ereignisse aufzuklären damit sie keine Narben hinterlassen. Sie  zeigen uns den Weg etwas wesentliches in uns selbst zu erkennen, es anzunehmen oder etwas zu verändern

denn Wunden müssen zuerst gesehen werden, damit sie heilen können.